Gestern, Heute, Morgen

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Jugendtheater „The Next Generation“ begeistert im Schlachthof mit der Produktion „Gestern, Heute und Morgen“

Anke Velten 19.09.2013

„Gestern, Heute, Morgen“ nennt sich die Produktion, die das Jugendtheater „The Next Generation“ in der Schlachthof-Kesselhalle aufgeführt hat. 27 Akteure zwischen elf und 29 Jahren haben in dem Stück ihre Gedanken um Herkunft, Zukunftsängste, Träume und Lebensrealität verarbeitet. Das Publikum war begeistert. Auch tänzerische Qualitäten stellte das junge Ensemble 

Saher Khanaqa-Kükelhahn platzte vor Stolz und hatte allen Grund dazu: Denn „The Next Generation“ hat mit Bravour die Eigenproduktion „Gestern, Heute und Morgen“ vor vollem Haus auf der Schlachthof-Bühne uraufgeführt. Nicht nur das Publikum war restlos begeistert. „Mit Abstand das Beste, was ich in den letzten Jahren gesehen habe“, schwärmte auch die Projektleiterin selbst.

Wer die mittlerweile vierjährige Chronik des stadtteilübergreifenden Theaterprojekts verfolgt hat, wird sich bestimmt noch an die Produktionen „Die 11 Gebote“, die „Sünden des Lebens“ und „Scheiter heiter!“ erinnern, in denen sich das Ensemble Gedanken über Gott und die Welt gemacht hatte. Diesmal ging es um Lebensfragen wie Herkunft und Identität, und um den Einfluss der Vergangenheit auf den Augenblick und die Zukunft.

Die 23-jährige Violetta spielte eine Hauptrolle. (Roland Scheitz)

Ihr persönliches Schicksals-Gesamtpaket stellten die 27 jungen Menschen im Alter zwischen 11 und 29 Jahren auf der Bühne ganz bewusst zur Schau: Sie hatten es in dreidimensionale Fotocollagen gepackt, die als Requisiten dienten. In ihrem Stück sangen und tanzten die Akteure Zweifel, Ängste, Träume und Hoffnungen. „Zeig, wer du bist“, hieß es im Schlüsselsong des Stückes, der mit der ermutigenden Aufforderung endete: „Fang endlich an und leb dein Leben!“

Fast sämtliche der berührenden Texte und Melodien und alle Choreografien waren von den jungen Talenten selbst entwickelt worden. Für Begeisterung sorgte auch die stimmliche, schauspielerische und tänzerische Qualität des professionell gecoachten Ensembles.

Teilnehmer aus allen Stadtteilen

In ihrem Jugendprojekt, das vom Landesprogramm „Lokales Kapital für Soziale Zwecke“ gefördert wird, versammelt die Psychologin und Theaterpädagogin Saher Khanaqa-Kükelhahn junge Leute aus allen Stadtteilen um sich, die beruflich oder auch persönlich Orientierung suchen, und begleitet sie auf dem Weg in ein selbstbewusstes Erwachsensein: Eine Erfolgsgeschichte, wie die Aufführung bewies – und von der auch die individuellen Biografien der Teilnehmer zeugen, von denen die Projektleiterin berichten kann.

Sechs Monate lang hatte sich das Ensemble als Ganzes oder in Kleingruppen getroffen, um gemeinsam „am Stück und am Leben“ zu arbeiten, wie Saher Khanaqa-Kükelhahn sagt. Schaltzentrale des Projektes ist das Bürgerzentrum Neue Vahr in Kooperation mit einem ganzen Netzwerk an Partnern wie dem Mädchenkulturhaus, dem Kulturladen Huchting und dem Jugendtreff Rotes Haus.

Höhepunkt und Abschluss der Spielzeit soll ein Gastspiel in Berlin sein. Für die kommende Projektsaison ist ein neues Ziel gesetzt: In Form einer Talkshow sollen gesellschaftliche Tabuthemen und Fragen der Toleranz angesprochen werden.