Let’s talk

Flyer Let`s Talk

DI 20/05/2014 / 19.30 Uhr / Kulturzentrum Schlachthof / Kesselhalle / Jugendtheater
Let´s talk!

Eine Produktion von der Theatergruppe: “The next Generation”
Homo und Moslem! Geht das? Kanaken sollen sich benehmen! Warum das?
Vegan leben! Was ist das? Selbstjustiz? Lass das? Grenzenlos erreichbar? 
Komasaufen!? Lieben, ohne Verstand!? Was geht ab?
Vallah, lass mal reden!
Eine Talkshow über Alles, was Dein Leben ausmacht?
Komm und schau! Es wird nicht nur geredet!
Tabus brechen – Grenzen überschreiten
Theater- Musik -Tanz- Show!
“”Schlachthof/ Kesselhalle

In diesem Stück “Let’s talk” geht es um inszenierte Talkshows, bei dem auch gesungen und getanzt wird. Alles Stücke, Lieder usw. Sind selbst geschrieben und entwickelt.
Die Themen, die vorkommen sind: Homosexualität in der türkischen Kultur, Grenzenlose Erreichbarkeit über Smartphone, Komasaufen, Tierquälerei, Selbstjustiz, Bedingungslose Liebe und Integrierbarkeit von Migranten.
Es wurden zu dem Themen einzelne Lieder oder Szenen oder Tänze entwickelt. z.B.
Grenzenlose Erreichbarkeit über Smartphone wird als Tanzstück gezeigt.

“The Next Generation“ begeistert ihr Publikum im Schlachthof mit Bühnenkunst und aktuellen Themen

Über Gott und die Welt

Anke Velten 30.05.2014

Komasaufen und „Train-Hopping“, Selbstjustiz und Rassismus, Cybermobbing und Mediensucht, Homosexualität und andere religiöse Tabus, Leben und Tod: Die Inszenierung im Kulturzentrum Schlachthof ließ fast keines der Themen aus, die junge Menschen beschäftigen und über die man ruhig einmal reden sollte. „Let’s Talk“ nannte sich schließlich auch das Stück. Und Gesprächsstoff hat „The Next Generation“ mehr als genug gegeben.

Junge Menschen aus der ganzen Stadt machen beim Stück „Let’s Talk“ mit. (Roland Scheitz)

„Let’s Talk“ war auch der Name der Talkshow, die nicht nur das fiktive Publikum, sondern auch die drei Fernsehzuschauerinnen auf ihrer Wohnzimmer-Bühne zu Diskussionen anregte: Genauer, zwei kopftuchtragende muslimische Frauen und eine pubertierende Tochter, die am Smartphone klebt. Und ganz wie im richtigen Leben unterschieden sich die Interessen gewaltig: Während die eine der Frauen die gesellschaftspolitischen Fragen fesselten, war die leichte Unterhaltung mehr nach dem Geschmack der Freundin. Es wurde also zwischenzeitlich quer durchs Programm gezappt. Für die verschiedenen Erzählebenen nahmen die Akteure den ganzen Schlachthof in Beschlag: Diskutiert, gestritten, gelacht, geweint, gesungen und getanzt wurde auch auf den Emporen und einer Nebenbühne. Und die insgesamt 31 Akteurinnen und Akteure im Alter zwischen 13 und 27 Jahren nahmen mit ihrem authentischen Gesamtpaket auch das reale Publikum sichtbar und hörbar mit.

„Ganz hin und weg, begeistert und berührt“, war auch Saher Khanaqa-Kükelhahn von der künstlerischen Leistung ihres Ensembles. Die Schwachhauser Psychologin und Theaterpädagogin leitet seit fünf Jahren das Jugendtheaterprojekt „The Next Generation“ und bringt dafür junge Menschen aus der ganzen Stadt zusammen: Diesmal stammten die Akteure aus der Vahr und der Neustadt, aus Gröpelingen, Schwachhausen, Horn und Arsten. Wer die Chronik der „nächsten Generation“ verfolgt hat, wird sich bestimmt noch an die Produktionen „Die 11 Gebote“, die „Sünden des Lebens“, „Scheiter heiter!“ und „Gestern, Heute und Morgen“ erinnern, in denen sich das Ensemble bereits Gedanken über Gott und die Welt gemacht hatte. Auch „Let’s Talk“ ist wieder eine Eigenproduktion, für die sich die Mitwirkenden monatelang als Ganzes oder in Kleingruppen getroffen haben, um gemeinsam „am Stück und am Leben“ zu arbeiten, wie Saher Khanaqa-Kükelhahn sagt. Unterstützt wurden sie dabei auch von den Coaches Swetlana Steding und Bettina Fischer.

Ziel des Projektes ist es, junge Leute zusammenzubringen, die beruflich oder auch persönlich Orientierung suchen, erklärt die Projektleiterin. Über die gemeinsame Theaterarbeit sollen sie auf kreative Weise auf dem Weg in ein selbstbewusstes Erwachsensein begleitet werden.

Schaltzentrale des Projektes ist das Bürgerzentrum Neue Vahr. Kooperationspartner sind unter anderem das Mädchenkulturhaus, der Kulturladen Huchting und der Jugendtreff Rotes Haus. Jugendliche, die sich vorstellen können, an der nächsten Produktion mitzuwirken, sind willkommen, sagt die Saher Khanaqa-Kükelhahn. Ein Name ist nämlich bereits gefunden: Er lautet „Masterplan“. Was genau aber im kommenden Jahr auf der Bühne zu sehen sein wird, das entscheiden die jungen Ensemblemitglieder wie üblich ganz allein.